Tag 11: Manang – Tilicho Base Camp

Nach dem Ruhetag stehen die härteren Tage bevor. Es geht höher und wir werden jeden Tag auf über 4000 Meter übernachten bis wir den Thorang La Pass überqueren.

Nach einer Diskussion am Tag zuvor denken wir, dass es vielleicht eine bessere Option ist in Shree Karka zu übernachten. Kurz dahinter beginnt das Steinschlag-Gebiet und angeblich ist es sicherer das morgens zu überqueren, da nachmittags die Wahrscheinlichkeit für Steinlawinen zunimmt.

Harte Arbeit bei Manang

Michal wirkt auch zumindest leicht erholt und nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Zunächst geht es von Manang in Richtung Khangsar, einem schönen Dorf im tibetanischen Stil. Von ungefähr hier aus werden wir auf unserem Rückweg vom See auch eine Abkürzung nach Yak Kharka machen und so ein bisschen Strecke sparen um nicht wieder ganz zurück nach Manang zu müssen.

Super Canyon zwischen Manang und Khangsar
Einige Wanderer unterwegs

Unterwegs nach Khangsar sehen wir auch ein paar Gemsen, die todesmutig an den Felsen entlang springen um zu einem Fluß zu gelangen und zu trinken. Die Gemsen bzw Steinböcke sind hier um einiges größer als zuhause in den Alpen. Ordentliche Geräte.

Khangsar

Nach Khangsar ist es nicht mehr sehr weit nach Shree Kharka. An einem neuen Kloster vorbei geht es relativ steil den Berg zum Dorf hoch. Wir machen eine Pause in einer eher neuen Lodge. Ich bestelle Yak Curry. Geschmacklich gut, aber leider zäh wie ne Schuhsohle. Während wir aufs Essen warten flirtet Petr mit einer Isrealin am Nebentisch. Überhaupt sind viele Israelis auf dem Trek. Ist wohl ein beliebtes Ziel nach dem Militärdienst. Ich dachte irgendwie, dass die meisten jungen Israelis gutes Englisch sprechen, das ist aber zumindest auf dem Trek eher nicht der Fall. Klar sind einige dabei mit denen man gut reden kann, dass ist aber bei weitem nicht üblich.

Wie in einem Fantasy-Film

Unser anvisiertes Ziel Upper Shree Kharka ist nicht mehr weit. Nach nochmal ca 100 Höhenmeter sind wir da. Es ist noch relativ früh am Nachmittag und wir fühlen uns gut, also ist schnell der Entschluss gefasst, dass wir direkt zum Tilicho Basecamp weitergehen.

Kurz nach dem Dorf folgt einer der potentiell gefährlichsten Teile des ganzen Treks. Die Landslide Area ist wandertechnisch nicht schwierig. Aber immer wieder kommt es zu Steinschlägen. Deswegen empfiehlt es sich in etwas Abstand zueinander zu gehen. Spektakulär ist der Abschnitt auf jeden Fall mit Schutthängen die hunderte Meter steil nach oben und unten gehen, nur unterbrochen vom Wanderweg.

Landslide Gebiet
Blick nach unten

Wir kommen trotz Michals eher zögerlichem Tempo gut voran und sind bald durch das Gebiet durch. Der Gute tut sich in seinem Zustand gerade in Anstiegen schwer und braucht dann Pausen in denen er gut schnauft. Natürlich sagt er, dass es ihm gut geht, und er nur langsam machen muss. Aber ich weiß inzwischen wie er marschiert wenn er fit ist, und davon ist er weit entfernt.

Im Basecamp stellen wir dann schnell fest, dass wir wirklich nicht die einzigen sind die an diesem Tag hier hoch wollen. In der ersten neuen Lodge könnten wir im Speiseraum schlafen. Genau so in der zweiten Lodge. In der dritten bekommen wir Betten in Außenhütten, aber nicht gemeinsam in einer. In einer Hütte sind noch zwei Plätze frei, in einer anderen noch einer.

Es ist also empfehlenswert entweder früh anzukommen oder vorher zu reservieren.

Ich schlafe mit einem Franko-Kanadischen Pärchen in der Hütte. Das passt, denn ich habe Antoine und Jess schon ein paar mal unterwegs getroffen und die beiden sind wirklich super sympathisch und scheinbar permanent gut gelaunt. Es schreckt mich auch nicht ab, dass sie wohl schon um 4 Uhr morgens zum See aufbrechen wollen, denn bisher schlafe ich wenn ich Ohrstöpsel drin habe wie ein Stein.

Wie es oft so ist haben die eher rustikalen Lodges gern mal die besten Gastzimmer und hier ist es wieder genau so. Anstatt in der eher kühlen Außenhütte zu sitzen hocke ich im beheizten Gastraum und komm ins Gespräch mit anderen Wanderern. Auch das Essen ist ziemlich gut im Vergleich zu den meisten Lodges. Für mich gibt’s mal wieder Dal Bhat.

Heute bleibe ich sogar extra lang sitzen, denn ich hab wirklich Spaß in einer Gruppe mit Markus und Michael, einem Pärchen aus Berlin und Stefan und Heiko, Vater und Sohn aus Brandenburg. Beide Gespanne werde ich in den nächsten Tagen noch ein paar Mal wieder sehen und alle sind super Leute.

Um kurz vor 9 (also quasi Mitternacht) geht es dann auch in meine Hütte, die sich als überraschend bequem und kuschelig herausstellt. Klar, man schläft nur auf einer Matratze am Boden, aber diese ist warm und bequem. Und die Decken sind auch dick und warm genug, so dass es einen im Schlafsack nicht friert. So, lässt es sich angenehm schlafen.

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