Tag 6: Bagarchhap nach Chame

Erneut schlafe ich wieder fast 10 Stunden. Da könnte ich daran gewöhnen. Die Erkältung ist auch besser, nur noch ein leichtes kratzen im Hals, die Nase läuft ein bisschen, aber sonst fühle ich mich blendend.

Ein letzter Blick von der Unterkunft gen Annapurna II

Nach einem Frühstück mit Massala und Ingwer Tee geht es um ca 8.30 wieder auf Tour. Und heute sehen wir zum ersten Mal unterwegs viele Trekker, von denen viele wohl schon vor uns gestartet sind. Und irgendwie sind gefühlt fast alle Franzosen.

Viele Trekker vor Danagyu

Nach höchsten 30 Minuten sind wir in Danagyu. Einem schönen kleinen Städtchen mit einer langen Reihe Gebetsmühlen und einem netten kleinen Tempel.

Gebetsmühlen

Bald hinter dem Dorf geht es erst die Straße entlang, die unter anderem einen kleinen Wasserfall quert. Ein ziemliches Schauspiel den Leuten beim Balancieren über Stock und Stein zuzusehen.

Kleiner Wasserfall an der Straße

Danach biegt der Weg an einer Chorten ab und es geht steil Treppen und Wanderwege nach oben. Dabei eröffnen sich immer wieder großartige Ausblicke auf das Manaslu Massiv.

An einer Kreuzung mit der Landstraße beschließen Michal und ich ein paar mehr Fotos zu schießen. Petr sagt er geht mit einer anderen Gruppe voraus und wartet dann an der nächsten Kreuzung. Wir machen unsere Fotos, packen den Krempel wieder ein und gehen weiter. An der nächsten Kreuzung dann die Überraschung: kein Petr weit und breit. Die Gruppe mit der er ging ist aber da und sagt er war eben noch hier?

Wir gehen zügig 5 Minuten in die Richtung die er vermeintlich ging. Keine Spur. Wir gehen zurück und gehen auf dem eigentlichen Wanderweg weiter. Nichts von ihm zu sehen. Naja, er ist ein erwachsener Mann und wird schon im nächsten Dorf auf uns warten.

Der Wanderweg hier ist ein absolutes Highlight. Es geht durch naturbelassene Urwälder mit alten Bäumen und es ist kaum ein anderer Mensch unterwegs. An einer Stelle kommen wir zu einer Hängebrücke vor der eine junge Frau unschlüssig steht. Wir sehen auch gleich warum. Die Halterungen an den Seiten sind super rostig und hängen unbenutzbar runter. Auch die Befestigungen haben bessere Zeiten gesehen.

Schöner Wanderweg
Alter Baum

Aber da kein anderer Weg über die Schlucht in Sicht ist versuchen wir unser Glück. Und wie das so ist machen Michal und ich in der Mitte zusammen ein paar Sprünge um das Mädel von der Sicherheit der Konstruktion zu überzeugen. Ich glaub wir verschrecken sie eher noch mehr. Michal geht dann nochmal zurück um seinen Rucksack zu holen und entschließt sich dann einmal komplett im Sprint über die Brücke zu laufen. Das zeigt Wirkung, denn jetzt traut sich auch die junge Dame.

Michal auf der guten Brücke

Danach geht der Weg recht zügig zurück zur Hauptstraße und wir erreichen Timang. Das Dorf selbst ist nicht besonders, der Ausblick ist jedoch atemberaubend. Deswegen ist es kaum verwunderlich, dass jedes zweite Haus eine Lodge oder ein Restaurant mit Aussichtsplattform ist. Man sieht nämlich von hier das ganze Manaslu-Massiv in all seiner Pracht.

Manaslu von Timang aus gesehen

Ein unbeschreiblicher Anblick. Wir setzen uns auf einen Snack auf das Dach einer Lodge und genießen die Sonne, den Ausblick, den Tag. Das einzige was die Stimmung ein bisschen trübt ist, dass wir immer noch nicht wissen wo Petr ist.

Zwei bunte Suppen in Timang

Weiter geht’s mit tollen Aussichten in Richtung Chame. Chame ist ein lokales Zentrum für die umliegenden Dörfer. Es gibt hier mehr Lodges, Läden und sogar eine heiße Quelle.

Wir kommen heute schon zeitig an, deswegen haben wir noch Zeit für etwas Sightseeing. Ein paar Tempel, Chorten, Genetsflaggen. Das ubliche, nur in etwas größer. Und ein paar hübsche alte Häuser.

Wir schlafen schon fast in einer Luxusunterkunft für Trek Verhältnisse. Gerade, gemauerte Wände, ein beheizter Speiseraum!

Dazu ist das Essen auch nicht zu schlecht. Wlan wie gewohnt vorhanden, funktioniert quasi nur gar nicht. Um kurz vor 9 geht es dann wieder ins Bett.

Das “Four Seasons” in Chame
Michal auf einer Brücke in Chame
Lokale Unterhaltung
Alpenglühen vom Hotel aus
Chame
Abendessen: Pilzsuppe und gebratene Nudeln
Gesamtstrecke: 15219 m
Maximale Höhe: 2715 m
Gesamtanstieg: 1183 m
Gesamtabstieg: -609 m
Total time: 07:45:53

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