Tag 7: Chame nach Upper Pisang

Über Nacht macht meine Erkältung wohl nochmal ein Comeback. Schon beim Aufstehen fühle ich mich zäh. Schwer zu erklären, da der letzte Tag eigentlich nicht hart war. Und auch die Lodge war gemütlich mit geradezu super isolierten Zimmern für die Region.

Sonnenaufgang in Chame

Das Tagesprogramm ist heute der Weg nach Upper Pisang. Dabei sind einige Höhenmeter zu bewältigen. Und die sollen mir auch ganz schön zu schaffen machen.

Brücke in Chame

Tags zuvor haben wir auch noch von Petr gehört. Er wanderte zwei Dörfer weiter, weil er dachte, dass wir so ein Höllentempo angeschlagen haben. Er macht sich einen ruhigen Tag bis wir zu ihm aufschließen.

Der Weg führt zunächst direkt an der Straße bis Taleku. Kurz nach Taleku gibt es eine Abzweigung von der Straße auf einen schönen Wanderweg. Der ist allerdings leicht zu verpassen, da die ersten Meter wie ein kleiner Hilfsweg der Straße aussehen. Nach ca 5 Metern kommen dann aber ca 1000 rot-weiße Markierungen auf einmal.

Der Weg führt durch schöne Pinienwälder und bald ist von der Straße nichts mehr zu hören. Es erinnert ein bisschen an die Alpen in Mittellage. Ein wunderbarer Duft ist in der Luft. Leider ist der Weg recht kurz und es geht auf der staubigen Straße weiter.

Wunderbares Wandern

In Bratang kommen wir zur größten Apfelplantage des Landes. Ein Geschäftsmann ließ hunderte Bäume aus Europa importieren. In Nepal müssen die Bäume in dieser Höhe gepflanzt werden, da sie sonst den nötigen Frost über Winter nicht bekommen.

An der Plantage ist eine große Lodge, hauptsächlich für einheimische Touris die die Plantage sehen wollen. Es ist auch ein modernes Cafe am Ort, dass allerlei Apfelprodukte anbietet. Ich trinke einen vorzüglichen, frisch gemachten Apfelsaft und esse dazu einen Apfelmuffin der leider etwas zu lang gebacken wurde. Nach der Stärkung geht es weiter.

Lodge in Bratang

Spektakulär ist die Straße unterwegs auf einem Stück, dass direkt aus dem Fels gesprengt wurde. Michal entdeckt dabei in der Schlucht unter uns zwei Jeeps die wohl bei einem Unfall abgestürzt sind. Wenn man die Nepalesen fahren gesehen hat, fürchte ich, dass es bei diesem Unfall nicht nur bei Knochbrüchen blieb.

Spektakuläre Straße

Zum Glück geht es nach diesem Abschnitt wieder auf einen Wanderweg der steil den Berg hinauf führt. Dabei kommen wir an eine Formation, die am besten als Ebene beschrieben wird, die langsam hochgeschoben wurde und jetzt den Eindruck erweckt als wäre man in einem gigantischen Suppenteller. Michal kann gar nicht genug von dem Anblick bekommen, deswegen machen wir eine kleine Pause um den Anblick zu genießen.

In der Suppenschüssel

Die Vegetation ändert sich langsam immer mehr. Die Laubbäume werden durch Nadelbäume abgelöst. Es gibt mehr Sträucher. Das ist das Schöne an diesem Trek. Die Abwechslung der Landschaften ist einfach fantastisch.

Mir geht es in diesem Abschnitt wirklich nicht so rosig. Die Erkältung gemischt mit der Höhe macht jeden Meter anstrengend. Scheinbar bin ich aber nicht der einzige, denn sogar in meinem Schneckentempo überholen wir immer wieder andere Gruppen von Trekkern.

In Dikhur Pokhari sammeln wir endlich wieder Petr ein. Es ist ein schönes Dörfchen und der Punkt bei dem man etwas die Richtung ändert. Ab hier ist man eher auf Hochebenen unterwegs und die Annapurnas sind fast jederzeit links in Blickrichtung in aller Pracht zu sehen.

Dikhur Pokhari

Von hier geht es auf der Hochebene nach Upper Pisang weiter. Dabei hat man permanent fantastische Aussichten durch das Tal.

Vor Upper Pisang geht es nochmal steil hoch, das verlangt ziemlich den Rest vor mir. Ich fühle die Höhe deutlich. Nachdem wir uns eine Lodge gesucht haben (eine Holzlodge, die von einer jungen Familie mit süßem Baby geführt wird), gehen wir noch in den lokalen Tempel. Auch mal schön, aber eher brandneu.

Nach ner warmen Dusche und nem Essen geht es dann auch schon wieder früh ins Bett. Diese Nacht nehm ich zum ersten Mal ein Medikament, dass einen bei Höhe ein bisschen besser schlafen läßt, in der Hoffnung, dass das zusammen mit ner Ibu meine Erkältung ein bisschen in Schach hält.

Aussicht in Upper Pisang
Im Tempel in Upper Pisang

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