Tag 8: Upper Pisang nach Brakha

Die Ibuprofen und das Medi gegen Höhenkrankheit wirkten Wunder. Ich fühle mich neben einer leicht verstopften Nase wieder topfit. Aber das mit der Nase ist hier eher normal wegen den staubigen Straßen und rauchigen Dörfern.

Das ist aber eher erstaunlich, denn so charmant die Lodge war, so zugig waren die Zimmer im Holzhaus. Ich hab mit Seidenschlafsack, Quilt und einer Decke der Lodge geschlafen, dazu hatte ich auch noch ne Mütze auf.

In unserer Gruppe ist der “Virus” aber eins weiter gezogen und Michal fühlt sich heute mies.

Der Plan sieht vor erstmal nach Ngawal zu gehen und entweder dort zu übernachten oder nach Brakha (oder Braka bzw Braga) weiter zu ziehen. Nach Ngawal wäre es ein relativ kurzer Tag, hätte aber den Vorteil, dass wir dort auf fast 3700 Metern übernachten würden. Das ist natürlich super für die Aklimatisierung. Andererseits gefährdet das unsere weitere Planung mit Ice Lake am nächsten Tag bzw dem Ruhetag am Tag darauf.

Letzter Blick von der Lodge in Richtung Annapurna

Der Weg führt ziemlich schön aus Pisang raus, durch das alte Stadttor entlang einer traditionellen Gebetsmauer.

Petr am Stadttor von Upper Pisang

Nach Pisang geht es die ersten Paar Kilometer flach raus. Scherzhaft deuten wir auf einen Weg zu einer Stupa auf einem Hügel und sagen, dass wir ja nen Umweg da hin machen könnten. Was wir nicht ahnen ist, dass das der tatsächliche Weg ist.

Gebetsmauer vor dem Aufstieg
Im Aufstieg

An einer wunderschönen, langen Gebetsmauer geht es steil bergauf und das bleibt so bis Ghyaru. Aber der Aufstieg lohnt wirklich denn Ghyaru ist traumhaft. Ein kleines Dorf im tibetanischen Stil wie aus dem Bilderbuch. Traumhafte Aussicht von einer ziemlich neuen Gumpa auf die Berge. Tolle Steinhäuser. Einfach wundervoll.

Berge, ich. Ghyaru.
Szene im Dorf
Links das Dorf, rechts die Berge. Malerisch schön

Weiter geht es nach Ngawal. Der Weg zwischen beiden Dörfern ist von sanftem auf und ab geprägt. Immer im Blick die traumhafte Kulisse der Berge.

Unser Blick, talaufwärts

Bei solchen Anblicken wird auch Petr, sonst eher Typ hyperaktiver Kindskopf manchmal ganz ruhig und erzählt mir vom Buddhismus und Milarepa und dass er morgen eher Milarepas Höhle vor dem Gangapurna-Gletscher anstatt den Ice-Lake anschauen möchte. Ich möchte nicht sagen, dass Petr Buddhist ist, aber er macht viel Joga und kennt sich auch gut mit den Philosophien dahinter aus.

Petr in Ngawal, in einem Restaurant

Da wir recht früh in Ngawal eintreffen entschließen wir uns nach dem Essen doch noch nach Brakha weiter zu marschieren. Dadurch wird der Tag zwar um einiges länger, aber Tags darauf haben wir dann Zeit nur den Tagesausflug zu machen und sonst zu entspannen.

Von Ngawal führen zwei Routen weiter nach Brakha. Wir entscheiden uns für die High Route, die beim örtlichen Kloster beginnt. Zum einen hilft jeder Höhenmeter bei der Aklimatisierung. Zum anderen bieten sich von dort bessere Ausblicke auf die Berge. Zudem gilt das Motto: Immer den harten Weg nehmen.

Bis Chulu/Julu geht es wunderbar auf und ab über Hochebenen und vorbei an vielen Gumpas und an einem sehr schönen Kloster. Bei Chulu ist der Weg dann nicht mehr so eindeutig markiert. Zunächst biegen wir nach einer Brücke durch das Dorf links ab. Das stellt sich aber als super staubige Straße heraus die doch nur wieder zur lower Route führt. Ich und Michal entschließen uns umzukehren und den Zugang zum richtigen Weg zu finden, Petr will weiter zur Lower Route. Es folgt eine hitzige Diskussion in tschechisch. Schließlich setzen wir unsere Wege getrennt fort.

Ob die High Route zu nehmen die richtige Idee war, war fraglich. Auf dem richtigen Weg nach Chulu geht es knackig und sehr steil gute 200 Meter am Stück nach oben. Inzwischen ist es nach 15.30 und mit der Höhe fühlen sich die Tanks nicht mehr sehr voll an. Nach diesem Aufstieg bieten sich aber erneut traumhafte Blicke auf die Berge. Wir müssen ordentlich Gas geben, denn der Sonnenuntergang kommt näher und es wird merklich kälter.

Panorama auf der Hochebene

Als wir uns Brakha mit seinem schönen alten Tempel und Kloster nähern steigt die Motivation noch einmal. Michal ist ziemlich erschöpft, und so hab ich ihn bisher noch nicht gesehen. Der Kerl ist normal ein Panzer.

In Brakha sehen wir uns einmal kurz das Dorf an, stellen fest, dass es ein ACAP Büro gibt an dem wir unsere Permits stempeln lassen müssen und suchen uns dann eine Lodge. Das New Yak wirkt von außen sehr einladend und der Eindruck trügt nicht. Ein eigenes Klo am Zimmer! Und der Gastraum ist urgemütlich und kuschelig warm. Später stellen wir auch noch fest, dass das Essen zum bisher besten auf der Route gehört. Da kann man kleine Schönheitsfehler wie die mangelnde Steckdose am Zimmer, und dass es nur zwei Duschen für mindestens 40 Gäste gibt leicht verzeihen.

Yaks, Berge, Tempel. Volles Nepal Klischee
Das New Yak

Nachdem wir WLAN in der Lodge haben bekommen wir eine Nachricht von Petr, dass er im Dorf vorher (Mungii) übernachtet. Somit sind Michal und ich mal wieder nur zu zweit.

Nach dem harten Tag, einer warmen Dusche, gutem Essen und guten Unterhaltungen im Gastraum geht es auch wieder zeitig ins Bett.

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