Tag 9: Brakha – Ice Lake – Brakha

Heute steht ein eher kurzer Tag zur Aklimatisierung auf dem Plan. Von unserem Ausgagsort Brakha auf ca 3500 Metern geht es zum Ice Lake auf über 4600 Meter und dann wieder zurück.

Michal und Petr schreiben sich beim Frühstück noch ein bisschen und Michal ist nicht klar ob Petr jetzt mit zum See kommen will oder doch zu Milarepas Höhle geht.

Jedenfalls nutzen wir die Services des Hotels. Für wenig Geld leihen wir uns kleine Tagesrucksäcke aus und geben ein paar Klamotten in die Reinigung. Die Handwäsche jeden Abend ist halt doch nicht so effektiv und macht wenig Spaß, gerade wenn es hier ab spätem Nachmittag zapfig kalt wird und man dann mit eiskaltem Wasser an einem Waschbecken im Freien arbeiten darf.

Um ca 9 Uhr geht’s dann mit der Wanderung los. Wir verlassen Brakha auf dem gleichen Weg wie wir gestern angekommen sind, am Kloster vorbei und folgen den blau-weißen Markierungen für einen Nebenpfad zum Circuit.

Schreine am Wegesrand

Nach ca 2 km biegt der Nebenweg steil vom Hauptweg ab und wir beginnen unseren langen Aufstieg richtig. Ich merke, dass es bei mir endlich läuft. Die Beine sind einmarschiert, von der Erkältung ist nichts mehr zu spüren, der Tag bietet perfekten Sonnenschein.

Dafür geht es bei Michal eher zäher. Während er vor ein paar Tagen noch marschiert ist wie eine Maschine, macht er jetzt doch immer häufiger Pausen bei niedrigerem Tempo. Ich hoffe ich hab ihn nicht angesteckt. Er meint er hat auch vor Nepal erst noch einen Infekt gehabt. Oder es ist doch ein bisschen AMS (acute mountain sickness = Höhenkrankheit). Ich mach mir auf jeden Fall etwas Sorgen um ihn.

Michal enjoying the view

Er ist auch eher der Typ der sagt, dass alles in Ordnung ust auch wenn er halb Tod am Boden liegt. Wie der schwarze Ritter aus die Ritter der Kokosnuss. Ist ja nur ne Fleischwunde.

Zu unserer Überraschung taucht Petr nach einiger Zeit hinter uns auf. Er ist etwas sauer, dass er wegen uns auf sein Frühstück verzichten musste. Das versteht Michal wiederum gar nicht, da wir erwartet hatten, dass er zu Milarepas Cave geht. Nach einer kurzen Diskussion auf tschechisch geht es aber weiter und die beiden scheinen sich wieder einig zu sein.

Der Aufstieg bietet traumhafte Aussichten auf die Annapurna Gruppe. Man hat das Gefühl die Berge fast berühren zu können.

Panorama im Aufstieg

Der Weg ist gewaltig anstrengend. Es ist das erste Mal, dass wir so viele Höhenmeter auf dieser Höhe bewältigen und man spürt das deutlich.

Auf ca 4300 Meter ist ein kleines Restaurant bei dem wir Pause machen. Der eine Kerl der den Laden läuft hat eine verstummte Gitarre. Da Petr ein guter Hobbymusiker ist, stimmt er ihm die Gitarre und zeigt ihm wie er das in Zukunft selbst machen kann. Dafür gibt es ein tibetanisches Brot aufs Haus.

Danach machen wir und an die letzten anstrengenden 300 Höhenmeter. Michal braucht immer öfter Pausen. Man merkt ihm an, dass er leidet.

Aber als wir schließlich oben sind stellen wir fest, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat. Die Aussichten mit dem kleinen See auf Annapurna III und Gangapurna sind fantastisch. Der größere See gibt einem eine gewisse innere Ruhe.

Ich am großen Ice Lake
Ice Lake, Annapurnas

Wir machen eine Pause mit Yak-Käse und Brot hinter einem alten Mauerwerk. Der Wind pfeift eiskalt, da nimmt man gerne jeden Schutz den man bekommen kann.

Auf unsere Runde um den See danach sehen wir ein paar Leute die tatsächlich in den See springen. Scheint eher frisch zu sein, da danach das Wasser in den Haaren gefriert. Aber die Leute scheinen glücklich und das Risiko auf Lungenentzündung gern in Kauf zu nehmen.

Ich kletter noch auf einen kleinen Hügel um ein paar Fotos zu machen während Michal und Petr sich an den Abstieg machen.

Panorama vom Aussichtspunkt

Der Weg nach unten ist teilweise tückisch, da der staubige Weg manchmal steil und dadurch sehr rutschig ist. Ich hohle die beiden ca an der Stelle wieder ein wo Petr am Morgen zu uns aufgeschlossen hatte.

Scheinbar sind die Unstimmigkeiten des Tages zwischen den beiden immer noch nicht geklärt. Ich versteh wenig tschechisch, aber die Essenz scheint zu sein, dass der eine sich doch wie ein Erwachsener verhalten soll, während dem anderen Spontaneität abgeht. Petr geht wieder in sein Hostel der letzten Nacht, wir gehen zurück Richtung New Yak. Unterwegs wollen wir noch das Kloster von Brakha aufsuchen, nur um zu sehen, dass wir wohl knapp die Öffnungszeit verpasst haben.

Yaks in Brakha
Kloster von Brakha
Buddha
New Yak, Berge

Das führt zum üblichen Abendprogramm. Wäsche waschen (an diesem Abend wenig, dank des Wäscheservice), Duschen, Gespräche mit den anderen Gästen, Essen, zeitig ins Bett.

Das könnte Dich auch interessieren …